ISO 16890

DAMIT WIR DURCHATMEN KÖNNEN

Mittlerweile ist bekannt und unumstritten, das Feinstaub negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Partikel mit ei­ner Grösse < 10 µm können von den körperei­genen Filtersystemen nicht mehr abgeschieden werden und gelangen damit in die Lunge. Par­tikel < 1 µm können durch die Lungenbläschen sogar in den Blutkreislauf gelangen. Die neue Prüfnorm für Luftfilter ermittelt die Fil­terwirkungsgrade in Relation zu der von Um­weltbehörden bzw. World Health Organization WHO verwendeten Feinstaubklassen PM1, PM2,5 und PM10. Die Definition des Feinstaubs geht auf die National-Air-Quality Standards der EPA Umweltschutzbehörde aus dem Jahr 1987 zurück. PM steht hierbei als Abkürzung für Par­ticulate Matter.

Die neue Norm ISO 16890 ist ab Dezember 2016 gültig
und wird innerhalb einer Übergangszeit von 18 Monaten
die derzeit gültige EN779:2012 ersetzen.

PRÜFABLAUF UND EINTEILUNG

Zunächst wird eine Trenngradkurve im Parti¬kelgrössenbereich 0,3 bis 10 µm ermittelt, an¬schliessend wird der Filter für 24 Stunden einer lsopropanol-Atmosphäre ausgesetzt, um die Abscheideleistung hinsichtlich elektrostati¬scher Aufladung zu evaluieren. Im Gegensatz zur EN779:2012, wo nur kleine Medienproben dem Entladeverfahren unterzogen wurden und damit Rückschlüsse auf das gesamte Filterelement ermittelt wurden, wird in der ISO 16890 der gesamte oder komplette Luftfilter entladen. Anschliessend wird erneut die Trenngradkurve im Partikelgrössenbereich 0,3 bis 10 µm ermit¬telt. Die Abscheidegrade ePm1 für Partikel¬grössen bis 1 µm, e PM2,5 für Partikelgrößen bis 2,5 µm und ePM10 für Partikelgrössen bis 10 µm werden über den Mittelwert der beiden Trenngradkurven errechnet. Weiters werden die minimalen Abscheidegrade aus der Trenn¬gradkurve nach der Isopropanol-Behandlung ePM1, min und ePM2,5, min errechnet.

Anhand der ermittelten Abscheidegrade wer¬den Filter in vier Gruppen eingeteilt. Um in eine Gruppe aufgenommen zu werden wird vor-rausgesetzt dass ein Filter mindestens 50% des jeweiligen Partikelgrössenbereichs abschei¬det. Der jeweilige prozentuelle Abscheidegrad wird abgerundet in 5%-Schritten angegeben. Beispiel: Um als ISO ePM1 Filter bewertet zu werden, muss ein Filter demnach mehr als 50% PM1 Feinstaub abscheiden.
Ein Luftfilter wird künftig als ISO ePM10 85% bezeichnet, wenn er mehr als 85% der Feinstaubfraktion PM10 abscheidet, das „e“ steht für effiency. Grobstaubfilter werden künftig als ISO Coarse eingruppiert, wenn der Filter weniger als 50% des Partikelgrössenbereichs PM10 abscheidet.

ISO ePM1 ePM1 min>=50%
ISO ePM2,5 ePM2,5 min>=50%
ISO ePM10 ePM10 min>=50%
ISO coarse ePM10 < 50%

Eine exakt definierte Klasseneinteilung wie in der EN779:2012 wird es zukünftig in dieser Form nicht mehr geben. In welche Kategorie ein Luftfilter eingeordnet wird, hängt massge¬bend von der Bauart und dem eingesetzten Filtermedium ab.

WAS IST NEU IM VERGLEICH ZUR EN779?

Die derzeit gültige EN779:2012 klassifiziert Luftfilter entsprechend ihrem Abscheidegrad gegenüber synthetischem Prüfstaub (ASHRAE) für Grobstaubfilter. Bei Feinstaubfiltern wird zudem ein mittlerer Wirkungsgrad gegenüber der Partikelgrösse 0,4 µm bei der Staubbeladung gemessen. Die neue Norm orientiert sich näher an den realen Einsatzbedingungen. Statt wie bisher nur Partikel der Größe 0,4 µm zu berücksichtigen, wird nun das Spektrum zwischen 0,3 µm und 10 µm für die Ermittlung der Abscheidegrade herangezogen. Die neue Norm teilt nicht mehr nach Filterklassen, sondern gibt für jeden Filter die Abscheideleistung bei PM1, PM2,5 und PM10 an. Änderungen gibt es auch bei den zu verwendenden Prüfaerosolen, Prüfstäuben und dem elektrostatischen Endladungsprozess.

Die derzeit gültige EN779:2012 klassifiziert Luftfilter entsprechend ihrem Abscheidegrad gegenüber synthetischem Prüfstaub (ASHRAE) für Grobstaubfilter. Bei Feinstaubfiltern wird zudem ein mittlerer Wirkungsgrad gegenüber der Partikelgrösse 0,4 µm bei der Staubbeladung gemessen.
Die neue Norm orientiert sich näher an den realen Einsatzbedingungen. Statt wie bisher nur Partikel der Größe 0,4 µm zu berücksichtigen, wird nun das Spektrum zwischen 0,3 µm und 10 µm für die Ermittlung der Abscheidegrade herangezogen. Die neue Norm teilt nicht mehr nach Filterklassen, sondern gibt für jeden Fil-ter die Abscheideleistung bei PM1, PM2,5 und PM10 an.
Änderungen gibt es auch bei den zu verwendenden Prüfaerosolen, Prüfstäuben und dem elektrostatischen Endladungsprozess. Als Prüfaerosol für die Abscheidegradmessung nach PM2,5 und PM10 wird eine KCI Salzlösung verwendet. Als synthetischer Prüfstaub zur Ermittlung der Staubspeicherfähigkeit wird L2 Teststaub nach ISO 15957 (ISO A2 SAE fine) statt ASHRAE-Staub verwendet. Die Staubbeladung hat keinen Einfluss auf die Klassifizierung und ist für Filter nach PM 1, PM2,5, und PM10 nur mehr optional durchzuführen.
Um den Einfluss elektrostatischer Filtrationsef¬fekte zu minimieren, wird nunmehr der gesamte Filter in einer Kammer mit Dämpfen aus Isopro¬pylalkohol 24 Stunden lang entladen. Die Entla¬dung soll damit kontrollierter und effektiver als bei der EN779 erfolgen.
Bei der Auswahl von Luftfiltern bezogen auf eine gewünschte Luftqualität können Betreiber von RLT-Anlagen, speziell auf Ihre Anforderun¬gen ausgelegte Filtrationslösungen zurückgrei¬fen, sofern die Aussenluftqualität hinreichend bekannt und die gewünschte Innenluftqualität in Bezug auf Feinstaubbelastung spezifiziert sind. Ein intensiver Informationsaustausch zwi¬schen Kunde und Filterhersteller wird damit notwendig.
Die Vergleichbarkeit von Klassifizierungen aus der EN779:2012 und der ISO 16890 lassen sich derzeit aufgrund der sehr unterschied¬lichen Prüfmethoden nur bedingt herstellen. Nachstehende Tabelle gibt eine Orientierungs¬hilfe, um zukünftig Ihren optimalen Luftfilter auswählen zu können.